Wir werden, wie viele andere Tierschutzvereine im Umkreis von Nürnberg auch, immer wieder gebeten, sich um die Beseitigung von mehr oder weniger großen verwilderten Gruppen von Hauskatzen zu kümmern. Im Jahr 2007 haben wir 25 Katzen aus einer Gartenkolonie in Nürnberg in unserem Rückersdorfer Tierheim aufgenommen, darunter befanden sich 13 nichtkastrierte weibliche Tiere. Fast täglich hören wir von Streunern. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, weswegen immer noch so viele Katzenbesitzer ihre Katzen unkastriert herumlaufen lassen. Dies ist unverantwortlich und kostet jährlich Unsummen.
Wir beherbergen aus diesem Grund seit Jahren sehr viele wilde Katzen aus dem Großraum Nürnberg, die in Freiheit geboren wurden.
Die Mutterkatzen sind verwahrloste, ausgesetzte, überzählige Hauskatzen die sich wahllos vermehrt haben. Die Menschen werden von ihnen nur noch als Dosenöffner akzeptiert, ansonsten haben sie wegen ihrer schlechten Erlebnisse mit den Menschen Angst vor deren Berührungen. Diese Katzen „vererben“ ihre Ängste an die nächsten Generationen.
Solche Tiere werden auch mit viel Geduld nur sehr bedingt wieder zahm und sind für ein Zusammenleben mit Menschen ungeeignet.
Für uns stellt sich die Frage für oder gegen Kastration deshalb gar nicht. Die Pflicht eines Katzenbesitzers beinhaltet, dass jede Katze, die nicht zur Zucht benutzt werden soll, kastriert wird. Es gibt sehr viel mehr Katzen als Haushalte, die diese noch aufnehmen würden. Das Tierschutzgesetz zu zitieren, dass keinem Tier unnötig Leid zugefügt werden darf, empfinden wir in diesem Zusammenhang als falsch.
Ist es nicht mehr Leid, eine Katze bis zu dreimal im Jahr Welpen bekommen zu lassen,
diese ihr dann wegzunehmen, um sie zu töten?
Die Mutterkatze sucht danach kläglich weinend, tagelang nach ihren Kindern. Sie bekommt meistens einen Milchstau und dadurch eine Gesäugeentzündung, hat Fieber und wahnsinnige Schmerzen. Das Tier fühlt sich schlapp und krank. Auch eine Trächtigkeit bei Katzen, die nicht ausreichend ernährt werden, was bei wild lebenden Katzen häufig ist, ist eine Strapaze für die Mutterkatze.
Durch einen erhöhten Katzenbestand ist der Vermehrungszwang auch für Kater sehr groß. Die Reviere sind zu klein und werden bei zu vielen Tieren durch heftige Revierkämpfe mit daraus resultierenden bösen Verletzungen verteidigt. Die Kater magern in dieser Zeit oft ab und sind durch Verletzungen zusätzlich geschwächt.
Ist es denn nicht schon schwer genug, sich ohne Zuhause und ausreichende Versorgung durchs Leben schlagen zu müssen.
Dabei vertriebene Jungkater müssen sich ein neues Revier suchen. Sie stoßen bei der Reviersuche auf die Quartiere von kastrierten Katzen, stören das friedliche Zusammenleben und fügen den zahmen Katzen oft erhebliche Verletzungen zu. Oft wird der unkastrierte Fremde durch die Katzenbesitzer vertrieben (so entsteht noch mehr Angst) oder gleich im Tierheim abgegeben.
Genauso wichtig wie das Kastrieren freilaufender Katzen ist die gleichzeitige Kennzeichnung. Nur so können schon kastrierte Tiere auch später wieder von unkastrierten unterschieden werden. Hier hilft ein Chip sicher sehr gut weiter.
Weiterführende Links: Unser Kastrationsprogramm, Kastrationspflicht